Das Projekt "Sieben Felder"

Der zentrale Gedanke des Projektes war die Erforschung der Lebens- und Alltagswelten von Schülerinnen und Schülern an Berliner Sekundarschulen. Gemeinsam mit Studierenden der europäischen Ethnologie und unter Anleitung von Künstlern verschiedener Genres gingen die Schüler und Schülerinnen aus drei Berliner Schulklassen in Projektwochen auf umfangreiche Forschungsreise in die eigene urbane Umwelt und den eigenen Alltag. Der Ansatz, der dabei verfolgt wurde, war ein Ansatz des Forschens, Verstehens und Beschreibens durch die Angehörigen dieser „Kulturen“ selbst. Durch die Verbindung ethnologischer Methoden und künstlerisch-ästhetischer Ausdrucksmittel sollte über Vorstellungen vom „Eigenen“ und „Fremden“ und über „Kultur“ und „Interkulturalität“ reflektiert werden.
In ihrer ethnologischen Feldforschung untersuchten sie sieben konkrete Themenfelder: Sammeln und Besitzen, Teilen und Tauschen, Schaffen und Gestalten, Erben und Bewahren, Lieben und Begehren, Glauben und Hoffen, Feiern und Chillen.
Das Projekt erprobte dabei methodische Ansätze der ethnologischen Feldforschung im Zusammenwirken mit zeitgenössischen künstlerischen Praktiken. Die Schülerinnen und Schüler vertieften sich künstlerisch in Traditionen, Rituale, spürten Symbolen nach und versuchten sie nach ihren eigenen Vorstellungen zu sortieren und zu ordnen. Erlebbar sollte werden, was die feinen Wertenuancen für die eigene Identität bedeuten, wie sie den Alltag und die persönlichen Ansichten prägen und wie sie sich in Entscheidungen und Handlungen manifestieren. Die Sammlungsbestände dieser vielschichtigen Untersuchungen bildeten die Gestaltungsgrundlage für eine Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt.

             
Warum?   Was ist Ethnologie?   Die Sieben Felder